§397
Schwächung des Lichtes bey seinem Fortgange.
Wenn man die erste mit einem einzigen Loche durchbrochenen
Fläche statt derjenigen, wovon eben Gebrauch gemacht worden ist, nimmt,
und man auf den Lichtzirkel, der auf dem Rahm (1) gezeichnet
ist, aufmerksam Achtung giebt, so wird man sehen, dasz das Licht dieses
Zirkels immer matter wird, so wie dieser Rahm von der Fläche sich
entfernet. Das Licht wird also schwächer, so wie es sich von seiner
Quelle entfernet. Kann man aber genau bestimmen, welcher Progreszion es
in seiner Abnahme folget? Man bestimmt es gewöhnlich durch folgende
Analogie.
Man misset den Durchmesser des leuchtenden Zirkels
in verschiedenen Entfernungen von dem Strahlenpunkte, und man findet aus
der Erfahrung, dasz der Durchmesser gerade wie seine Entfernung von diesem
Punkte wächset; das ist, wenn der Schleyerrahm (2)
in einer Entfernung von 2 Fusz von dem Strahlenpunkte gesetzt ist, und
der Durchmesser des Zirkels 6 Linien beträgt, so wird er einen Zoll
haben, wenn man diesen Rahm (1) 4 Fusz entfernet; und
18 Linien, wenn man ihn 6 Fuß entfernet. Wenn nun der Durchmesser
dieses Zirkels gerade so wächset, wie die Entfernung von dem Strahlenpunkte,
so wird dessen Oberfläche wie das Quadrat, dieser Entfernung wachsen,
weil sich die Oberflächen dieser Zirkel doppelt so verhalten, wie
die Oberflächen ihrer Durchmesser. Der in einer doppelten Entfernung
erleuchtete Raum wird also viermal so groß seyn, als derjenige, welcher
in einer einfachen Entfernung erleuchtet wird, und der in einer deyfachen
Entfernung erleuchtete Raum wird neunmal gröszer seyn, als der Raum,
der in einer Entfernung = 1 erleuchtet ist. Nun musz die Intensität
des Lichtes gegenseitig mit dem Raume, den es erleuchtet, im Verhältnisze
stehen, weil es immer mehr concentriret wird, je enger der Raum ist, den
es erleuchtet; das ist, es wird auf jeden Punkt dieses Raumes eine gröszere
Anzahl von Strahlen fallen. Hieraus schlieszet man nun, dasz das Licht
nach dem Verhältnisze des Quadrates der Entfernungen von dem Strahlenpunkte
abnimmt.
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