§402
Fortsetzung.
  Wenn ein Strahl, oder vielmehr ein Büschel von Lichte schief aus der Luft in Glas geht, so bricht er sich, indem er sich der Perpendikularlinie (4) nähert. Da es nun einerley ist, ob man einen Lichtbüschel schief auf eine Fläche von Spiegelglase, oder perpendikular (4) auf ein krummes Glas richtet, so wollen wir diese letztere Methode, weil sie am bequemsten in Ausübung zu bringen ist, wählen.
  Man richte inwendig in einer finstern Kammer einen Lichtbüschel, der durch ein an einem Fensterladen dieser Kammer gemachtes Loch geht. Wenn dieser Büschel auf seinem Wege kein Hindernisz antrifft, und fortfähret, sich in einem gleichförmigen Zwischenkörper, als die in diesem Saale enthaltene Luftmasze ist, zu bewegen, so wird er gerade auf einer entgegenstehenden Fläche einen leuchtenden Zirkel machen. Wenn man aber ein erhaben geschliffenes Glas, welches diesen Büschel in seinem Durchgange auffängt, vorhält, so wird ein Theil dieses Büschels, indem er gerade auf den Mittelpunkt des Glases stöszet, seiner ersten Richtung folgen, und seine Bewegung beschleunigen; während dasz die andern Strahlen eben dieses Büschels, welche auf die schiefe Oberfläche dieses Glases stoszen, und es schief durchdringen, sich brechen werden, indem sie sich dem mittelsten Strahle nähern, welcher hier als die Perpendicularlinie (4) angesehen werden musz; sie werden durch diese Brechung einen Lichtkegel machen, dessen Gipfel in einer mehr oder weniger groszen Entfernung von dem Glase seyn wird, so wie die Converität (8) desselben mehr oder weniger grosz ist; das ist, wie diese Strahlen es mehr oder weniger schief durchdringen werden.


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