§404
Fortsetzung.
Ein anderer Vortheil der Linsengläser ist,
dasz sie uns die ihnen entgegen stehenden Dinge unter einem gröszern
Umfange, als sie von Natur haben, ins Gesicht bringen. Dieses kommt daher,
dasz der Winkel, unter welchem man diese Gegenstände siehet, durch
die Brechung gröszer wird, welche die Lichtstrahlen leiden, die davon
ausgehen, und durch die Linsengläser, deren man sich bedienet, dringen.
Wir werden von den verschiedenen optischen Winkeln, unter welchen man die
Gegenstände siehet, ins besondere reden, wenn wir von dem Auge und
von dem Sehen handeln werden.
Ob man gleich die Epoche,
in welche der Gebrauch der Linsengläser zum Vortheile des Gesichts
gesetzt werden musz, nicht genau weisz, so ist doch bekannt, dasz Roger
Baco (25), der 1292 zu Orfort starb, die Kunst besasz,
diese Arten von Gläsern zu machen, weil er uns dieses Geheimnis hinterlassen
hat. (a) Wir wissen
auch, dasz Alexander de Spina (26), der 1313 starb,
eben diese Gabe hatte. (b) Wir lehren mündlich die Art, diese Gattungen
von Gläsern zu verfertigen. Man kann in der Absicht verschiedene Werke,
die in jedermanns Händen sind, zu Rathe ziehen. (c)
(a) Perspectiv. p. 3. d. 2. c. 3.
(b) Redi Epist. ad Falconerum.
(c) Paflement, Traite de Microscop.
& des Telescopes. Traite d' Optique de Thomin.
HOME: Anweisung zur Experimentalphysik (anno 1780)
Zum Inhaltsverzeichnis
des virtuellen Museums der Augenoptik
Zur
Geschichte der Brille
Optiker Online
(+43)
0664 4320150
webmaster@optiker.at
Copyright 1998 Harald Belyus