§423
Fortsetzung.
Wenn man den rothen Strahl absondert, indem man
ihn durch ein Loch, von ungefähr drey Linien im Durchmesser, gehen
lässet, so wird dieser Strahl beständig seine rothe Farbe behalten,
man mag ihn entweder zum andernmale brechen, oder zurückprallen, oder
auf Oberflächen, die mit verschiedenen Farben gefärbt sind, fallen,
oder endlich durch verschieden gefärbte Gläser gehen lassen.
1.) Man sondere den rothen Strahl ab, und setze
jenseits des Loches die Ecke eines Prisma, so wird sich dieser Strahl zum
andernmale brechen, und auf der gegenüber liegenden Wand, oder auf
der Decke des Saales einen kleinen rothen Zirkel mahlen.
2.) Man lasse das andere Prisma, wovon man eben
Gebrauch gemacht hat, weg, und fange diesen rothen Strahl auf der Oberfläche
eines flachen Spiegels schief auf, so wird dieser Strahl zurückprallen,
und an dem Ort wo er zurückprallet, wiederum einen rothen Zirkel sehen
lassen.
3.) Man lasse alles in eben derselben Lage; aber
anstatt diesen Strahl auf der Oberfläche eines Spiegels aufzufangen,
so ergreife man ihn in seinem Uebergange, indem man ihn Rähmen von
verschieden gefärbten Taffent (17) entgegen hält,
so wird man bemerken, dasz dieser Strahl seine vorige Farbe noch immer
behält, doch mit dem Unterschiede, dasz er mehr oder weniger lebhaft
seyn wird, so wie die Farbe der Oberfläche, worauf er fällt,
der Farbe dieses Strahles mehr oder weniger ähnlich ist.
4.) Man setze diesem abgesonderten Strahle Gläser
von verschiedenen Farben entgegen, so wird man bemerken, dasz dieser Strahl
auf der Fläche, die man den gefärbten Gläsern gegenüber
setzet, seine Farbe behalten wird, wenn er durch sie gegangen ist. Denn
es giebt einige, durch welche er nicht durchgehen will, sondern bey deren
Begegnung er zurückprallet. Da man die andern Strahlen nach dem, welchen
wir eben untersucht haben, beurtheilen kann, so beweisen diese Versuche
dasz jeder Strahl in uns die Empfindung einer festen und unveränderlichen
Farbe erregt.
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