§432
Fortsetzung.
Wenn man diese verschiedenen Vermischungen fortsetzet,
so bemerkt man, dasz alle Erscheinungen genau mit dieser Theorie übereinstimmen.
Wenn man eine Auflösung des fressenden Sublimates
auf Weinsteinöl gieszt, so verliehren diese beyden Körper, welche,
besonders genommen, helle sind, ihre Helligkeit in der Vermischung, und
machen eine dunkle Rothfarbe. Wenn man flüchtigen Salmiacgeist darauf
gieszt, so wird die Vermischung milchig. Endlich verschwindet die Farbe,
und die erste Helligkeit kommt wieder hervor, wenn man auf die Vermischung
eine gewisse Quantität Salpetergeist gieszt.
Wenn wir diese Erscheinungen in Betrachtung ziehen,
so sehen wir, dasz sie mit der Erklärung, welche wir eben von den
vorhergehenden gegeben haben, sehr wohl übereinstimmen. Denn die Helligkeit
besteht in der vollkommenen geradlinigen Lage der Poren der hellen Körper
nach allen Seiten. Diese geradlinige Lage gründet sich also auf das
Verhältnisz, welches die Bestandtheile dieser Wesen gegen einander
haben. Wenn man daher gleich zwey Wesen, die, besonders genommen, helle
sind, mit einander vermischet, so folgt daraus noch nicht, dasz ihre Vermischung
eben diese Eigenschaft haben müsse. Man darf sich also nicht wundern,
wenn die Vermischung von zwey hellen flüszigen Körpern undurchsichtig
wird.
Der auf eine solche Vermischung gegoszne Salpetergeist
stellt die Helle wieder her, weil diese scharfe Säure die Bande, welche
die Theilchen der Säfte sich durch ihre Vermischung gemacht hatten,
zerreiszt, und folglich ihre erste Lage wieder herstellet.
HOME: Anweisung zur Experimentalphysik (anno 1780)
Zum Inhaltsverzeichnis
des virtuellen Museums der Augenoptik
Zur
Geschichte der Brille
Optiker Online
(+43)
0664 4320150
webmaster@optiker.at
Copyright 1998 Harald Belyus