Wenn jemand
angibt auf einem oder beiden Augen kurz- oder schwachsichtig zu sein, soll
er betreffend der Distanz, auf die er ein Objekt definierter Größe
wahrnehmen kann, untersucht werden; und ob eine Wahrnehmung auf eine größere
Distanz mit concaven Gläsern verschiedener Brennweiten möglich
ist. Sollte letzteres zutreffen ist gewiß eine Kurzsichtigkeit (10)
präsent und die Brennweite der concaven Linse, mit dem relativ besten
Sehen, soll zur Kennzeichnung des Grades der Kurzsichtigkeit (myopia) (10)
dienen. Sollte zum Beispiel das fragliche Auge Gegenstände in einer
bestimmte Distanz mit concave No. 11 oder No. 12 klar erkennen, aber weniger
klar mit concave No. 14, sollten wir zum Schluß kommen, daß
die Myopie (10) 1/12 beträgt. Wenn entfernte
Objekte immer mit concaven Gläsern gesehen werden können (die
zu untersuchende Person muß nicht wissen welches Glas vorgehalten
wird) welche auch emmetrope (11) Augen in
der selben Distanz und bei gleichen Lichtverhältnissen ohne Hilfe
von Gläsern gesehen werden können, dann ist die behauptete oder
angenommene Myopie (10) zu einer Hypermetropie
(12) geworden.
Wie auch immer,
es muß als Faktum angesehen werden, daß manche, speziell junge
Personen, durch Übung Erfolg haben und mehr oder weniger starke
concave Linsen mittels einer geübten Akkommodation (13)
ausgleichen und dies dann eine hochgradige Myopie (10)
simuliert. Durch die Lähmung der Akkommodation (13)
mittels mehrmaligem Eintropfen von Atropin (14)
wird dieser Trick aufgedeckt. Gleichzeitig besitzen wir mit dem Ophthalmoskop
(15) über einen zuverlässigen und
erfolgreichen Test. Mit ihm können wir, wie jeder der mit dem Gerät
vertraut ist weiß, die Fehlsichtigkeit unabhängig von allen
Angeben der zu untersuchenden Person ermitteln.
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