Die Bestimmung
des Sehschärfengrades (16) ist schwieriger,
wenn die zu untersuchende Person ein Interesse an der Vortäuschung
einer Verminderung hat. Die Kurvatur und Transparenz der Cornea (8)
sind betreffend reflektierender Bilder oder bei fokaler Beleuchtung (17)
zu überprüfen. Ebenfalls zu überprüfen sind die anderen
refraktiven Medien (18). Eine Herabsetzung
der Sehschärfe durch einen regulären Astigmatismus (19)
kann, wenn er nicht zu klein ist, mit dem Ophthalmoskop (15),
genau so wie alle anderen Veränderungen am Augenhintergrund (Papille,
Retina, Chorioidea (20)) welche eine Amblyopie
(21) auslösen könnte, ermittelt
werden. Die Sehschärfe (16) kann, warum
auch immer, ungeachtet dessen nichts Abnormales entdeckt zu haben, entschieden
herabgesetzt sein. Auch kann die Abweichung des Auges von einem Objekt,
das vom anderen Auge fixiert wird, entweder konstant oder manchmal wenn
sehr kleine Objekte angesehen werden, für eine verringerte Sehschärfe
im abweichenden Auge sprechen, vorausgesetzt, daß der Grund einer
solchen Abweichung nicht in einem abnormalen oder unterschiedlichen refraktiven
Zustand der Augen zu suchen ist. Das von der binokularen Fixation (22)
ausgeschlossene Auge weicht üblicherweise, wegen der herabgesetzten
Sehschärfe (16), etwas nach außen
ab, meistens in einem so schwachen Winkel, daß die inkorrekte Sehachse,
im Vergleich zur der dem Objekt angeblickten, nur bei näherer Untersuchung
festgestellt werden kann. Das nicht aktive Auge verrät seine frühere
Abweichung meistens durch eine Bewegung von der inkorrekten zur korrekten
Position, wenn eine Blende zwischen dem funktionierenden Auge und dem fixierten
Objekt eingebracht wird. Sogar das Fehlen dieser Erscheinung kann noch
keinen Ausschluß der Möglichkeit eines herabgesetzten Sehschärfengrades
(16) rechtfertigen, insbesondere bei kürzlich
entstandenen Ursprungs.
Viele amblyopen
(21) Augen, mit wie bereits erwähnten
negativen Erscheinungen, sehen nähere Objekte (immer unter Berücksichtigung
des Grades der Fehlsichtigkeit) besser, wenn starke konvexe Linsen vorgehalten
werden, weil dadurch größere Bilder auf der Retina (20)
abgebildet werden. Das spricht für die untersuchte Person, aber nur
in Fällen wo trotz mehrerer Versuche keine widersprüchliche Aussage
herauslockt werden konnte. Die Aufzeichnung der Aussagen, bei den Versuchen
mit conkaven und convexen Gläsern unterschiedlicher Brennweiten, wird
damit zur Regel. Es ist damit ausreichend falsche Aussagen aufzudecken.
Im Glauben, daß wir ihm eine conkave oder convexe Linse vor sein
Auge halten, obwohl wir ein Planglas (23)
gewählt haben, erklärt der Simulant, daß die Objekte näher
rücken oder größer erscheinen, verkleinert, etc.
(+43)
0664 4320150
webmaster@optiker.at
Copyright 1998 Harald Belyus