Vorliegendes Buch stellt ein seltenes Werk über die gerichtsmedizinischen Aspekte der Augenheilkunde im 19. Jahrhundert dar. Gegenständliches Kapitel über simulierte Fehlsichtigkeiten und Augenkrankheiten behandelt die Methoden und Entlarvung innovativer Militärdienstverweigerer oder Personen mit anderen Beweggründen.
Die Beschreibung reicht von der Selbstzerstümmelung
bis zur nahezu perfekt simulierten Kurzsichtigkeit. Manche Leute nahmen
starke Schmerzen und den Verlust des Sehvermögens in Kauf, andere
begnügten sich mit einer mehr oder weniger guten schauspielerischen
Darbietung. Allen voran war natürlich das Militär an einer Entlarvung
von „Drückeberger“ interessiert.
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Der bekannte Prager Ophthalmologe Ferdinand Ritter von Arlt (1812-1887) beschreibt unter anderem die Entlarvung vorgetäuschter Kurzsichtigkeit mittels Atropin und Ophthalmoskop. Das Ophthalmoskop wurde gerade 27 Jahre vor Erscheinen dieses Buches von Helmholtz erfunden. Etwas schwieriger gestaltete sich die Enthüllung einer simulierter Schwachsichtigkeit. In der ausführlichen Abhandlung bezieht sich Arlt unter anderem auf seinen Kollegen Graefe, welcher sich besonders mit prismatischen Korrektionen befaßte.
Die Überführung einer vorgetäuschte Blindheit benötigte letztlich besondere detektivische Begabung. Zahlreiche Ideen zu deren Entlarvung belegen den Wissenstand dieser Zeit und zeigen uns zudem auch spektakuläre Denkansätze zu diesem Umfeld.
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