Herstellung der Farben. – Außer dem weißen Milchglas, das zu Brillen sehr selten mehr Verwendung findet, kommen matte Gläser, schwarze Gläser und alle Abstufungen zwischen Schwarz und Weiß, d. h. rauchgraue Gläser, vor; außerdem werden Gläser in jeder Farbe des Spektrums und jedem Farbton hergestellt.
Was die chemische Zubereitung der einzelnen Farben anbelangt, so gibt folgende Tabelle Aufschluß über die Zusätze zur Glasmasse:
| Rot | Kupferoxydul oder Goldchlorid |
| Orange | Eisensesquioxyd |
| Gelb | Antimonsaures Kali |
| Gelbgrünl. | Uranoxyd |
| Grün | Chromoxyd |
| Blau | Kobaltoxyd |
| Violett | Kobaltoxyd und Manganoxyd |
| Rauchgrau | Manganoxyd, Kobaltoxyd, Eisenoxydul, Kupferoxydul |
| Schwarz | Dasselbe wie bei Grau nur in größeren Mengen |
Wirkungsweise. – Ueber die Wirkung monochromen Lichts auf die Netzhaut liegen nur für Kaltblüter und Vögel Untersuchungen vor, die ergeben haben, daß blaues Licht die Pigmentwanderung nur mäßig, die Kontraktion der Stäbchen und Zapfen am wenigsten anregt, was übrigens auch bestritten wird.
Zweck der farbigen Gläser. – Früher glaubte man vielfach an eine direkt heilende Kraft des farbigen Lichts (Chromotherapie), so daß je nach der Anschauung des Behandelnden die entsprechende reizende Lichtdiät verordnet wurde (Böhm, Gerold, Galezowsky, magnus, u.a.). Ein Autor (Delboef) heilte sogar seine Farbenblindheit durch Fuchsingläser! Fränkel gab Rotgrünblinden zwei planparallele Gläser, zwischen welchen sich mit Anilinpurpur gefärbte Gelatine befand. Gegen Erkrankung der macula wird noch heute von manchem (wie s Zt. von Böhm) besonders die blaue Farbe empfohlen.
Welche Farbe gewählt werden soll, ist schwer zu entscheiden, so lange einwandsfreie Resultate in dieser Hinsicht nicht bekannt sind; viele Augenärzte verhalten sich überhaupt bezüglich des Nutzens farbiger Gläser mehr oder weniger skeptisch, andere Aerzte wiederum verordnen bei allen möglichen Störungen blaue oder sonstige Gläser; früher war dies wohl noch mehr Sitte.
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